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Nachtschweiß während des Cannabis-Entzugs

Schweißgebadet aufzuwachen ist ein häufiges körperliches Entzugssymptom, das dadurch verursacht wird, dass dein Endocannabinoid-System seine Temperaturregulierung neu kalibriert.

Häufigkeit

30-40% der Menschen, die mit Cannabis aufhören

Höhepunkt

Höhepunkt Tag 3

Abklingen

~Höhepunkt Tag 14

Recovery-Zeitstrahl

Day 1Day 30Day 60Day 90
Beginn Höhepunkt Abklingen
Nachtschweiß after quitting cannabis — key data
KennzahlWert
Häufigkeit bei Aufhörern30-40% der Menschen, die mit Cannabis aufhören
Typischer BeginnDay 1
Höchste IntensitätDay 3
Erwartetes Abklingen~Day 14
Gesamtdauer13 Tage (ungefähr)

Du wachst um 2 Uhr nachts auf und die Laken sind durchnässt. Dein T-Shirt klebt an dir. Du frierst und überhitzt gleichzeitig. Wenn du vor kurzem mit Cannabis aufgehört hast, macht dein Körper genau das, was er soll — er kalibriert sich ohne die Substanz neu, von der er abhängig geworden war.

Warum das Aufhören mit Gras Nachtschweiß verursacht

Dein Endocannabinoid-System (ECS) reguliert direkt die Thermoregulation — die Fähigkeit deines Körpers, eine stabile Innentemperatur aufrechtzuerhalten. CB1-Rezeptoren sind dicht im Hypothalamus vorhanden, der als Thermostat deines Körpers fungiert.

THC bindet an diese Rezeptoren und beeinflusst, wie dein Hypothalamus deine Körpertemperatur einstellt. Bei regelmäßigem Cannabiskonsum passt sich dein Hypothalamus an die Anwesenheit von THC an. Wenn THC plötzlich entfernt wird, überkorrigiert das thermoregulatorische System. Dein Körper verliert vorübergehend die Fähigkeit, die Temperatur reibungslos zu regulieren, was sich äußert als:

  • Übermäßiges Schwitzen, besonders nachts, wenn dein Körper natürlich abkühlt
  • Wechsel zwischen Hitze- und Kältegefühl
  • Feuchte Haut und Kaltschweiß tagsüber

Zusätzlich löst der Cannabis-Entzug erhöhte Cortisol- und Norepinephrin-Spiegel aus — dieselben Stresshormone, die deine Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktivieren. Diese Aktivierung des sympathischen Nervensystems verursacht Schwitzen, da sich dein Körper auf eine Bedrohung vorbereitet, die nicht existiert.

Wann beginnt es, wann ist der Höhepunkt und wann endet es?

  • Beginn: Nacht 1–2. Oft eines der allerersten Symptome, die auffallen.
  • Höhepunkt: Tage 2–5. Das intensivste Schwitzen tritt typischerweise in der ersten Woche auf.
  • Besserung: Tage 7–10. Schweißepisoden werden seltener und weniger intensiv.
  • Abklingen: Tage 10–21 für die meisten. Starke Langzeitkonsumenten können bis zu 30 Tage lang intermittierend schwitzen.

Nachtschweiß gehört zu den kurzlebigeren Entzugssymptomen. Obwohl er sehr unangenehm ist, ist er auch ein Zeichen dafür, dass sich dein autonomes Nervensystem aktiv neu kalibriert.

Was wirklich hilft

1. Schichte deine Bettwäsche

Verwende mehrere dünne Schichten statt einer dicken Bettdecke. Wenn du schweißgebadet aufwachst, kannst du eine Schicht entfernen, ohne zu frieren. Feuchtigkeitsableitende Laken (Bambus oder bestimmte Synthetik) helfen mehr als Baumwolle, die Feuchtigkeit speichert.

2. Halte dein Zimmer kalt

Stelle dein Zimmer auf 17–19°C ein — etwas kühler als die allgemeine Schlafempfehlung. Dein Körper läuft heiß; gib ihm Raum zum Abkühlen. Ein Ventilator sorgt sowohl für Kühlung als auch für weißes Rauschen.

3. Trinke strategisch

Du verlierst Flüssigkeit. Trinke den ganzen Tag über Wasser, aber reduziere die Aufnahme 2 Stunden vor dem Schlafengehen, um zusätzliche Toilettengänge zu deinem ohnehin gestörten Schlaf zu vermeiden. Halte Wasser neben deinem Bett bereit für nächtliche Episoden.

4. Kühle Dusche vor dem Schlafengehen

Eine lauwarme bis kühle Dusche 60–90 Minuten vor dem Schlafengehen hilft, deine Kernkörpertemperatur zu senken. Vermeide heiße Duschen am Abend — sie können zusätzliches Schwitzen auslösen, wenn dein Körper danach versucht abzukühlen.

5. Trage feuchtigkeitsableitende Schlafkleidung

Schlafe in leichter, feuchtigkeitsableitender Kleidung (oder gar nichts). Halte trockene Wechselkleidung neben deinem Bett bereit für nächtliches Umziehen. Aufstehen und Schubladen durchwühlen weckt dich vollständig auf.

6. Salbeitee (traditionelles Heilmittel)

Die klinische Evidenz ist begrenzt, aber Salbei wird traditionell bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) eingesetzt. Manche Menschen finden, dass eine Tasse Salbeitee am Abend die Schwere des Nachtschweißes reduziert. Einen Versuch ist es wert.

Wann du professionelle Hilfe suchen solltest

  • Nachtschweiß hält über 3–4 Wochen ohne jede Besserung an
  • Du hast Fieber zusätzlich zum Schwitzen
  • Du erlebst unerklärlichen Gewichtsverlust in Kombination mit Nachtschweiß
  • Das Schwitzen ist so stark, dass du dehydrierst

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, vertraulich, 24/7)

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt. In Krisensituationen ruf die Telefonseelsorge an: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.