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Derealisation nach dem Aufhören mit Gras: Wenn nichts real erscheint

Sich von der Realität losgelöst fühlen oder das Gefühl, dass die Welt nicht real ist, während des Cannabis-Entzugs, verursacht durch Dissoziation und Veränderungen der Wahrnehmungsverarbeitung.

Häufigkeit

10-20%

Höhepunkt

Höhepunkt Tag 10

Abklingen

~Höhepunkt Tag 30

Recovery-Zeitstrahl

Day 1Day 30Day 60Day 90
Beginn Höhepunkt Abklingen
Derealisation after quitting cannabis — key data
KennzahlWert
Häufigkeit bei Aufhörern10-20%
Typischer BeginnDay 3
Höchste IntensitätDay 10
Erwartetes Abklingen~Day 30
Gesamtdauer27 Tage (ungefähr)

Die Welt sieht leicht anders aus. Als würdest du dein Leben durch einen Bildschirm betrachten. Farben wirken flach. Gespräche fühlen sich geskriptet an. Du schaust vielleicht auf deine Hände und hast das Gefühl, dass sie nicht zu dir gehören. Derealisation und Depersonalisation während des Cannabis-Entzugs sind seltener, aber zutiefst beunruhigende Symptome.

Warum das passiert

Derealisation ist eine dissoziative Reaktion auf neurologischen Stress. Mehrere Entzugsmechanismen tragen dazu bei:

  • Endocannabinoid-Erschöpfung: Das ECS spielt eine Rolle bei der sensorischen Verarbeitung und emotionalen Markierung von Erfahrungen. Mit erschöpften CB1-Rezeptoren verarbeitet dein Gehirn die Realität ohne die normale emotionale Färbung.
  • Angstbedingte Dissoziation: Schwere Angst löst Dissoziation als Schutzmechanismus aus. Dein Gehirn distanziert dich im Grunde von überwältigendem Stress.
  • Schlafmangel: Längerer Schlafverlust verursacht bei jedem Wahrnehmungsverzerrungen und Derealisation, unabhängig vom Cannabis-Entzug.
  • Präfrontal-limbische Trennung: Der Entzug kann vorübergehend die Integration zwischen denkendem (präfrontalem) und fühlendem (limbischem) Gehirnbereich stören und ein Gefühl emotionaler Losgelöstheit von der Erfahrung erzeugen.

Zeitverlauf

  • Beginn: Tage 3–10
  • Höhepunkt: Tage 7–14
  • Abklingen: Tage 21–30. Kann bei Starkonsumenten gelegentlich länger anhalten.

Was hilft

1. Erdungstechniken

Die 5-4-3-2-1-Methode: Benenne 5 Dinge, die du siehst, 4 die du berühren kannst, 3 die du hörst, 2 die du riechst, 1 das du schmeckst. Das erzwingt sensorische Beteiligung und wirkt der Dissoziation entgegen. Nutze es, wann immer die Derealisation sich verstärkt.

2. Körperliche Empfindung

Halte Eiswürfel, spritz dir kaltes Wasser ins Gesicht oder mache intensiven Sport. Starke körperliche Empfindungen unterbrechen den dissoziativen Zustand, indem sie dich in der Körpererfahrung erden.

3. Überdenken reduzieren

Derealisation zu analysieren macht es schlimmer. „Werde ich verrückt?“-Schleifen verstärken die Dissoziation. Erinnere dich: Das ist ein dokumentiertes, vorübergehendes Entzugssymptom. Es hat eine neurologische Ursache und ein vorhersehbares Ende.

4. Sozial bleiben

Isolation verschlimmert Derealisation. Unter anderen Menschen zu sein — auch wenn es sich seltsam anfühlt — bietet externe Realitätsverankerung.

Wann du Hilfe suchen solltest

  • Derealisation hält über 4–6 Wochen an
  • Du erlebst Halluzinationen (hörst oder siehst Dinge, die nicht da sind)
  • Dissoziation ist so stark, dass du nicht sicher funktionieren kannst
  • Du hattest bereits vor dem Cannabiskonsum dissoziative Symptome

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt. In Krisensituationen ruf die Telefonseelsorge an: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.